Immobilien Due Diligence: Ablauf, Checkliste & Ankaufsprüfung

Due Diligence für Immobilien nennt man die strukturierte Prüfung einer Immobilie vor dem
Ankauf oder vor großen Maßnahmen. Sie beantwortet drei Fragen: Stimmen die Annahmen, wo
liegen die Risiken und welcher Investitionsbedarf entsteht daraus?

Im Asset Management und im Real Estate Investment Management ist das der Schritt, in dem
Exposé, Modell und Realität zusammengeführt werden.

Due Diligence – Immobilien Überprüfung
Due Diligence – Die Grundlage erfolgreicher Immobilienankäufe

Due Diligence für Immobilien ist die strukturierte Prüfung eines Objekts vor dem Ankauf, um Chancen und Risiken systematisch zu bewerten. Sie hilft Investoren, Fehlentscheidungen zu vermeiden und den tatsächlichen Wert einer Immobilie besser einzuschätzen. Warum das so wichtig ist, zeigt ein Blick auf die häufigsten Risiken beim Immobilienankauf.

Due Diligence und ihre Relevanz

Ohne Due Diligence wird ein Immobilienankauf schnell zur Wette. Die Praxis zeigt: Viele Probleme sind nicht „unsichtbar“, sondern nur schlecht strukturiert. Die Due Diligence hilft, diese Punkte früh zu erkennen.

Sie sichert den Cashflow ab, macht technischen Investitionsbedarf und Timing planbar, schafft rechtliche Klarheit und erhöht die Vergleichbarkeit zwischen Objekten. Gleichzeitig liefert sie Verhandlungshebel für Kaufpreis, Garantien und Closing Conditions.

Definition: Was ist Due Diligence Beim Immobilienkauf?

Due Diligence bei Immobilien bedeutet die systematische Prüfung eines Objekts mit dem Ziel, eine fundierte Investitionsentscheidung zu treffen. In der Immobilienpraxis ist es ein Prüfprozess mit festen Deliverables: Risikoliste, Maßnahmenplan, Budget und eine Entscheidungsvorlage. Ziel ist nicht ein langer Bericht, sondern Klarheit darüber, ob der Deal zu Strategie und Risiko passt.

Wann ist Due Diligence zwingend – und wann reicht ein Screening?

Es ist abhängig davon welche Entscheidung Sie treffen müssen und wie komplex das Objekt ist. In der Praxis hat sich ein stufenweiser Ansatz bewährt:

Ein Screening dient dem schnellen Vergleich vieler Objekte und fokussiert auf Deal Breaker und offensichtliche Kostenrisiken. Eine Full Due Diligence erfolgt vor dem Closing und schafft belastbare Budgets sowie eine klare rechtliche Lage. Deep Dives ergänzen die Prüfung bei Spezialthemen wie Projektentwicklung, Umbau oder komplexen Mietstrukturen.

Die drei Bereiche der Due Diligence: Commercial, technisch und rechtlich

In der Praxis wird die Due Diligence Immobilien in drei klar abgegrenzte Bereiche strukturiert. So bleiben Ergebnisse zuordenbar und handlungsfähig.

Commercial Due Diligence

  • Mieterliste, Mietstruktur, Laufzeiten, Optionen, Kündigungsrechte
  • Vermietbarkeit, Leerstand, Marktmieten, Plausibilisierung von Potenzialannahmen
  • Kostenlogik: umlagefähige vs. nicht umlagefähige Kosten
  • Standort- und Mikrolagefaktoren (Wettbewerb, Nachfrage, Nutzerprofil)

Technische Due Diligence

  • Bausubstanz (z. B. Dach, Fassade, Fenster, Tragwerk je nach Objekt)
  • TGA: Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro
  • Sicherheitsrelevante Themen (z. B. Brandschutz, Aufzüge falls relevant)
  • Capex-Roadmap: 0–12 Monate vs. 1–5 Jahre inkl. Prioritäten

Rechtliche Due DiligenceDue Diligence

  • Mietverträge: Nebenabreden, Nachträge, Sonderkündigungen, Optionsrechte
  • Grundbuch: Dienstbarkeiten, Belastungen, Wegerechte
  • Baurecht: Genehmigungen, Auflagen, Bestandsschutz
  • Haftung, Garantien, laufende Verfahren

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Asset Management

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Ablauf: So gehen Sie Schritt für Schritt vor

Der Ablauf der Due Diligence entscheidet darüber, ob Ergebnisse am Ende wirklich zur Entscheidungsgrundlage werden

  1. Scope festlegen: Bereiche, Tiefe, Timeline, Verantwortlichkeiten.
  2. Datenraum strukturieren: Unterlagen anfordern, Ordnerlogik definieren, Versionen kontrollieren.
  3. Prüfen und Rückfragen klären: Sichtung, Q&A-Schleifen, Plausibilisierung, ggf. Site Visit.
  4. Findings bewerten: Deal Breaker, Preishebel oder steuerbares Management-Thema.
  5. Entscheidungsvorlage: Risiken, Maßnahmen, Budget, Auswirkung auf Strategie und Portfolio.

Due Diligence Checkliste: Diese Unterlagen brauchen Sie

Eine strukturierte Due Diligence Checkliste sorgt dafür, dass keine relevanten Unterlagen oder Risiken übersehen werden

  • Vermietung: Mietverträge, Nachträge, Mieterliste, Flächenaufstellung, Übergaben.
  • Finanzen: Einnahmen/Ausgaben, Betriebskosten, Budgets, Capex-Historie.
  • Technik: Pläne, Wartungen, Prüfprotokolle, Mängel, Investitionsübersichten.
  • Recht: Grundbuchauszug, Baulasten, Genehmigungen, Versicherungen.

Wie sich die Ergebnisse der Due Diligence auf die Bewertung einer Immobilie auswirken können, zeigt der Beitrag Immobilienbewertung vs. Marktwert.

Vor Ankauf überprüfen der Immobilie Due Diligence

Der Due-Diligence-Prozess – von der Analyse zur Investitionsentscheidung

Warnsignale: Welche Punkte sind häufig entscheidungsrelevant?

Nicht jedes Ergebnis ist kritisch – entscheidend ist, welche Punkte den Kaufpreis, das Risiko oder die Vermietbarkeit beeinflussen.

  • Unklare Mietvertragslogik: fehlende Nachträge, nicht dokumentierte Nebenabreden.
  • Investitionsstau: hoher Capex-Bedarf ohne belastbaren Maßnahmenplan.
  • Optimistische Potenziale: Sollmieten ohne plausible Vermietbarkeit.
  • Rechtliche Einschränkungen: Dienstbarkeiten, Auflagen, ungeklärter Bestandsschutz.
  • Fehlende Dokumente: Lücken im Datenraum sind selbst ein Risikoindikator.

Entscheidungshilfe: Was muss am Ende klar sein?

Am Ende sollten Sie nicht nur wissen, was „nicht passt“, sondern was das konkret bedeutet. Eine gute Entscheidungshilfe umfasst:

  • Risikoliste mit Priorität (kritisch / hoch / mittel / niedrig)
  • Maßnahmenplan (was tun wir wann?)
  • Budget mit Bandbreiten und Annahmen (inkl. Capex)
  • Einordnung in Strategie und Portfolio (Portfolio Management )
  • Verhandlungspunkte (Preis, Garantien, Closing Conditions)

Hausverwaltung und Facility Management sind je nach Kontext operativ näher am täglichen Betrieb. Property Management bündelt typischerweise die Bewirtschaftungs- und Mieterprozesse. Wenn Begriffe vermischt werden, hilft eine kurze Definition je Rolle und eine klare Schnittstelle (z. B. Tickets/SLAs → Property, Budget/Priorität → Asset).

Abgrenzung: Due Diligence vs. Ankaufsprüfung Immobilien

Die Ankaufsprüfung einer Immobilie umfasst den gesamten Entscheidungsprozess, während die Due Diligence die inhaltliche Prüfung und Bewertung liefert. Entscheidend ist weniger der Begriff als der Scope und das Ergebnisformat.

Praxis: Welche Fragen sollte die Prüfung immer beantworten?

Damit die Ergebnisse später wirklich nutzbar sind, sollten Sie unabhängig von Assetklasse immer dieselben Kernfragen beantworten. Diese Fragen sorgen dafür, dass die Prüfung nicht in Details stecken bleibt, sondern in Entscheidungen mündet.

  • Ertrag: Welche Mieten sind heute gesichert, welche sind Annahme und wie robust ist das Szenario?
  • Kosten: Welche Kosten sind sicher, welche schwanken, und wo sind die großen Hebel?
  • Investitionsbedarf: Welche Maßnahmen sind in den nächsten 12–24 Monaten zwingend?
  • Verträge: Gibt es Klauseln, die Ertrag, Nutzung oder Exit beeinflussen?
  • Risiko: Welche 3 Risiken bestimmen das Ergebnis am stärksten?

Wie Findings in Preis, Vertrag und Maßnahmen übersetzt werden

Der Mehrwert entsteht nicht durch die Liste der Findings, sondern durch die Übersetzung in konkrete Konsequenzen. Eine praxistaugliche Logik ist:

  • Deal Breaker: Punkt ist nicht lösbar oder nur mit unverhältnismäßigem Risiko. Ergebnis: No-Go oder komplett neue Deal-Struktur.
  • Preishebel: Punkt ist lösbar, aber mit klaren Kosten. Ergebnis: Kaufpreis-Argumentation, Escrow, Closing Condition oder Garantien.
  • Management-Thema: Punkt ist steuerbar. Ergebnis: Maßnahmenplan, KPI-Tracking und regelmäßiges Reporting im laufenden Asset Management.

Go/No-Go-Check

  • Sind die drei größten Risiken klar benannt und bewertet?
  • Gibt es einen Maßnahmenplan mit Verantwortlichkeiten und Timing?
  • Ist das Budget mit Bandbreiten dokumentiert und im Modell berücksichtigt?
  • Sind die wichtigsten Vertrags-/Grundbuchthemen geklärt?
  • Passt das Objekt zur Strategie (Hold, Value-Add, Exit) und zum Portfolio?

Wir von JS Real Estate helfen Ihnen bei allen Fragen rund um das Asset Management Ihrer Projekte.
Melden Sie sich gern bei uns.

FAQ

Wie lange dauert die Prüfung?

Die Dauer hängt von Objektkomplexität, Dokumentenlage und Scope ab. Planen Sie neben Prüfzeit immer Q&A-Schleifen ein (Rückfragen, Nachlieferungen, Abstimmungen).

Was kostet das typischerweise?

Kosten hängen vom Umfang (commercial/technisch/rechtlich) und von Spezialthemen ab. Ein klarer Scope verhindert, dass Aufwand entsteht, ohne dass bessere Entscheidungen möglich werden.

Welche Rolle spielt die Assetklasse?

Sie verschiebt die Prioritäten: welche Risiken typischerweise entscheidend sind und welche Checks wirklich zählen. Am Ende zählt der Fit zur Immobilienstrategie.

Kurz zusammengefasst

Due Diligence Immobilien ist der entscheidende Schritt, um Risiken, Kosten und Investitionsbedarf vor dem Ankauf sichtbar zu machen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Kontakt

JS Real Estate Family Office GmbH
Wiesenstraße 11
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